Busbrand: Blasmusikfamilie steht zusammen

Jetzt gemeinsam helfen: Spendenaktion für die belgischen Musikfreunde

Aue-Bad Schlema [22.09.2026] – Die Freude über ein gelungenes Europäisches Blasmusikfestival wurde für die Mitglieder der belgischen Koninklijke Fanfare „Vermaak na Arbeid“ Rijkevorsel auf der Heimfahrt jäh überschattet: Der Reisebus des Orchesters fing auf dem Rückweg nach Belgien Feuer und brannte vollständig aus. Alle 71 Insassen konnten den Bus rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt. 

Besonders berührt die Festivalgemeinschaft, dass unter den Betroffenen auch zahlreiche Kinder und Jugendliche waren. Die Musikerinnen und Musiker der belgischen Fanfare waren zwischen 7 und 77 Jahre alt und hatten gemeinsam ein Wochenende voller Musik, Begegnungen und Freundschaft in Aue-Bad Schlema erlebt.

Auf der A67 bei Velo fing am Sonntag gegen 22.30 Uhr der Doppelstockbus an zu brennen.

Das Bergmannsblasorchester Aue-Bad Schlema e.V., Veranstalter des Europäischen Blasmusikfestivals, möchte seine belgischen Musikfreunde in dieser schwierigen Situation nicht allein lassen und unterstützt deshalb die von der Koninklijke Fanfare gestartete Spendenaktion.

Viele Instrumente und persönliche Gegenstände verloren

Wie groß der materielle Schaden tatsächlich ist, zeigt sich erst nach und nach. Der Vorsitzende der belgischen Fanfare, Jonas Geens, berichtet von den schweren Verlusten. Nach seinen Angaben verbrannten nahezu 20 Instrumente, darunter zwei Kornette, zwei Posaunen, vier Altsaxophone, zwei Tenorsaxophone, ein Euphonium und vier Tenorhörner.

Weitere rund 20 Instrumente befanden sich in Koffern im hinteren Bereich des Busses. Sie wurden zwar nicht direkt von den Flammen erfasst, waren jedoch großer Hitze und Löschwasser ausgesetzt und müssen nun zur Reparatur gebracht und von Fachleuten begutachtet werden.

Für Geens ist neben dem materiellen Verlust vor allem die große Anteilnahme eine wichtige Unterstützung.

„Es gab viele Tränen. Aber hier in Belgien gibt es eine sehr große Solidarität. Menschen schicken uns Instrumente oder liebe Nachrichten. Das macht mich sehr froh.“

Jonas Geens, Vorsitzender Koninklijke Fanfare „Vermaak na Arbeid“ Rijkevorsel
„Es muss jetzt noch viel verarbeitet werden“

Wie unmittelbar die Nachricht auch die Festivalgemeinschaft in Aue-Bad Schlema getroffen hat, schildert Nancy Matthias vom Bergmannsblasorchester Aue-Bad Schlema e.V. Sie hatte die belgische Gruppe während des Festivals betreut und wurde von Jonas Geens unmittelbar nach dem Unglück von der Unfallstelle aus angerufen.

„Ich war total geschockt, als ich erfahren habe, was passiert ist.“

Die Schilderungen des Vorsitzenden hätten sie tief bewegt. Einige Musiker seien ohne Schuhe aus dem Bus ausgestiegen, viele hätten bereits geschlafen. Auch persönliche Dinge wie Dokumente und Schlüssel seien im Bus zurückgeblieben.

„Das sind Sachen, die man wieder beschaffen kann. Aber seelisch muss da jetzt noch viel verarbeitet werden. Jonas Geens hat auch nur unter Tränen sprechen können.“

Nancy Matthias, Orchesterbetreuerin beim Europäischen Blasmusikfestival

Besonders beschäftigt sie, dass auch zahlreiche Kinder und Jugendliche Teil der belgischen Gruppe waren und gemeinsam beim Festival musiziert hatten.

„Wir müssen froh sein, dass niemand verletzt wurde“

Auch Mario Unger-Reißmann, Sprecher des Bergmannsblasorchesters Aue-Bad Schlema e.V., zeigt sich tief betroffen. Als Moderator des Europäischen Blasmusikfestivals stand er während des gesamten Wochenendes in engem Kontakt mit den teilnehmenden Orchestern und hatte auch mit den belgischen Musikern unmittelbar auf der Bühne und mitten im Festivalgeschehen zu tun.

„Die Nachricht stimmt mich echt sehr traurig. Aber wir müssen froh sein, dass es keine Verletzten gab und alle 71 Insassen rechtzeitig aussteigen konnten.“

Gerade bei einem Doppelstockbus sei die Situation besonders anspruchsvoll gewesen, da sich ein großer Teil der Gruppe im oberen Bereich befand und zunächst über die Treppen ins Freie gelangen musste.

„Wir wissen, was dieser Verlust für einen Musikverein bedeutet. Instrumente sind für Musiker nicht einfach nur Gegenstände. Sie gehören zum gemeinsamen Musizieren und damit zu einem wichtigen Teil des Vereinslebens.“

Mario Unger-Reißmann, Festivalsprecher

Gleichzeitig hofft der Festivalsprecher, dass trotz des schweren Erlebnisses die positiven Erinnerungen an das Europäische Blasmusikfestival überwiegen:

„Die Belgier haben bei uns nicht nur auf der Bühne gestanden. Sie haben das Festival gelebt und mitgefeiert. Wir hoffen sehr, dass diese schönen Eindrücke bleiben.“

Eine Festivalgemeinschaft, die zusammenhält

Die belgischen Musikerinnen und Musiker waren beim Europäischen Blasmusikfestival längst Teil der Gemeinschaft geworden. Sie feierten gemeinsam mit den anderen Orchestern und Gästen. Immer wieder führten sie die Polonaise durch die Blasmusikarena an – ein Bild, das vielen Festivalbesuchern in Erinnerung geblieben ist.

Die Koninklijke Fanfare „Vermak na Arbeid“ Rijkevorsel hat Belgien beim Europäischen Blasmusikfestival vertreten.

Gerade deshalb ist die Nachricht für die Festivalgemeinschaft so bewegend. Aus Begegnungen auf der Bühne und gemeinsamen Stunden beim Festival sind Freundschaften und Verbundenheit entstanden.

Die Belgier haben die anderen Orchester mit einer Polonaise durchs Festzelt gefeiert.
„Blasmusik verbindet“ – und diese Verbindung soll auch jetzt tragen.

Das Bergmannsblasorchester Aue-Bad Schlema e.V. steht solidarisch an der Seite seiner belgischen Musikfreunde und ruft die Festivalgemeinschaft dazu auf, die von der Koninklijke Fanfare „Vermaak na Arbeid“ Rijkevorsel gestartete Spendenaktion zu unterstützen.

Denn Instrumente lassen sich ersetzen. Viel wichtiger aber ist das Zeichen, das jetzt von der europäischen Blasmusikgemeinschaft ausgehen kann: Wir stehen zusammen – über Grenzen hinweg.

Spendenaktion

Die Spendenaktion wurde von der Koninklijke Fanfare „Vermaak na Arbeid“ Rijkevorsel selbst gestartet. Das Bergmannsblasorchester Aue-Bad Schlema e.V. unterstützt den Aufruf und bittet darum, die Aktion weiterzuverbreiten und damit den Musikerinnen und Musikern beim Wiederaufbau zu helfen.

Spendenlink:
https://whydonate.com/de/fundraising/busbrand-fanfare-vna-rijkevorsel

Viele Festivalbesucher haben beim Bergmannsblasorchester schon nach einer Spendenaktion gefragt. Auf die Anteilnahme reagierte Jonas Geens aus Belgien bewegt:

„Es freut uns sehr, dass ihr so mit uns mitfühlt. In solchen Momenten merkt man, dass es sich um eine echte europäische Musikfamilie handelt.“